Der schwarze Prinz

Die Frau stand an der offenen Tür ihres Hauses und sah in die Weite. Immer noch war am Horizont nicht der schwarze Prinz zu sehen. Seufzend wandte sie sich ab und ging zurück ins Haus.

Sie blickte um sich. Alles war schön und bereit. Warum kam er nicht? Was hielt ihn noch auf?

Sie seufzte wieder und legte noch ein Scheit Holz in den Ofen. Sie blickte in die tanzenden Flammen. Die Flammen bahnten sich langsam einen Weg in ihr Herz. Hitze breitete sich dort in den Schoß und schoss in ihre Wangen. Ihr ganzer Körper stand in Flammen. Das Feuer erfasste das Haus. Alles um und in ihr loderte und fauchte. Sie ließ es widerstandslos geschehen. Wehrte sich nicht. Gegen nichts. Selbst Kehrschaufel und Besen gingen in Flammen auf. Sie wollte nichts weiter, als in diesem endlosen Flammenmeer baden und sich verschlingen lassen.

Die ganze Welt stand in Flammen.

Das Universum sah kühl und unbeeindruckt zu, wie immer.

Von der Frau blieb nichts anderes übrig als die nackte Wahrheit.

Wie ein Staubkorn im Sonnenlicht, schwebte sie sanft zu Boden, ließ sich von einem Windstoß hinausblasen in die unendliche Weite der Wirklichkeit.

Langsam ging sie auf das Haus zu. Auf den Stufen saß ein Mann. Er sah ihr klar und aufrecht in die Augen. Auch er war durchs Feuer gegangen.